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Berlin schlägt London: Risikokapital für Start-Ups fließt vermehrt in die Spree statt in die Themse

Mehr als 40.000 Unternehmen wurden 2014 in Berlin neu gegründet. Sind die etwa alle Start-Ups? Mitnichten! Einige Kriterien helfen uns weiter.

23. Oktober 2015

Klaus Wowereit, mittlerweile legendärer Bürgermeister der deutschen Hauptstadt, gab 2013 das Motto aus, Berlin solle „…als Gründungsstandort nicht nur nationale Nummer eins sein, sondern international zu den Top 5 gehören.“ Schon damals wurden in der Spreemetropole mehr als 45.000 m² Bürofläche an Start-Up-Unternehmen vermietet. Und heute? Schauen wir auf die Fakten.

Mehr als 40.000 Unternehmen wurden 2014 in Berlin neu gegründet. Sind die etwa alle Start-Ups? Mitnichten! Einige Kriterien helfen uns weiter.

Start-Ups sind nicht nur jünger als 10 Jahre. Sie sind innovativ und gehören den vielfältigsten Branchen an, vom Online-Händler über den Softwareentwickler bis hin zum FinTech-Unternehmen. Start-Ups ziehen Risiko-Kapital an. Wie zum Beispiel Lieferheld und Home24, vom Wallstreet Journal zu den 10 wertvollsten Start-Ups Europas gerechnet.

Insgesamt flossen mit 1,9 Mrd. € allein im ersten Halbjahr 2015 mehr Risikokapital nach Berlin als nach London. Zwei Jahre nach Wowereit kann Berlins Bürgermeister Michael Müller triumphieren: „Berlin hat sich zu einer der führenden Start-up-Metropolen weltweit entwickelt. Beim Venture Capital haben wir im ersten Halbjahr bereits das große Vorbild London eingeholt.“

Auch die Mitarbeiterzahl von Start-Ups wächst sehr schnell – mit einer enormen Auswirkung auf den Berliner Bürovermietungsmarkt. So nahmen die Vermietungen von Start-Up-Unternehmen in Berlin in den letzten 10 Jahren um den Faktor 30 zu. Und mittlerweile kann davon ausgegangen werden, dass Start-Ups langfristig für mindestens 10 % des Büroflächenumsatzes in der Hauptstadt sorgen werden.

Die Aktivitäten von Start-Ups in Berlin führt darüber hinaus nicht zuletzt dazu, dass die Nachfrage nach spezifisch ausgestatteten Büroflächen steigen wird. Es ist absehbar, dass ein komplett neues Businessmodell entsteht, das Desk-Sharing und Co-Working Ansätze ermöglicht und die reine Bürovermietung um weit gefächerte Dienstleistungsangebote ergänzt.

Weitere Details wie die Bereitschaft von Start-Ups, höhere Mieten als traditionelle Unternehmen zu zahlen oder die Frage, welche Lage dieser Unternehmen präferieren, können in der neuen JLL-Studie „Berliner Start-Ups als Büronutzer“ nachgelesen werden.