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Corporate Giving braucht jede Hand – 3 Fragen an Yama Mahasher

Yama Mahasher von JLL spendete sein Vortragshonorar an die Arche in Frankfurt. Corporate Giving - Warum und an wen?

22. Dezember 2016

Corporate Social Responsibility ist heute in so gut wie jeder Unternehmensstrategie verankert. Und das ist auch gut so. Denn viele sinnvolle Einrichtungen können nur so weiter überleben und wirken. Doch gerade hier kommt es weniger auf Strategie an. Viel wichtiger ist Herz. Und die aktive Bereitschaft mitzumachen. Yama Mahasher, Associate Director bei JLL, über die konkreten Möglichkeiten, die jeder Einzelne fürs Geben hat. 3 Fragen – 3 Antworten:

Inwieweit haben Unternehmen eine soziale Verantwortung für die Gesellschaft? Und wie sollten sie diese wahrnehmen? Inwieweit ist auch jeder Einzelne gefordert?

Auch wenn es angesichts vieler scheinbar abgeschlossener Bürohäuser so aussieht – Unternehmen existieren nicht für sich und nur untereinander. Sie sind Teil der Gesellschaft, formen sie und werden von ihr geformt. Darüber hinaus nutzen sie tagtäglich gesellschaftliche Leistungen wie Infrastruktur und Bildungssysteme. Da ist es nur folgerichtig, im Gegenzug entsprechende soziale und ökologische Verantwortung zu übernehmen. Und zwar ganz ohne ökonomische Intentionen – Altruismus und Nächstenliebe sollten hier ausschlaggebend sein.

Natürlich kann sich freiwilliges Engagement auf lange Sicht auch wirtschaftlich positiv auswirken: Reputation, Vertrauensaufbau oder Mitarbeiterzufriedenheit lassen sich zwar kaum oder nur schwer monetär messen, haben aber mit Sicherheit auch Einfluss auf den Geschäftserfolg.

Corporate Social Responsibility (CSR) ist ein Geben und Nehmen – und hiermit meine ich nicht ausschließlich und durchaus sinnvolle und notwendige Sach- oder Geldspenden. Das wertvollste Gut ist ZEIT – Zeit sich sozialen und ökologischen Projekten zu widmen und die Motivation dafür weiterzutragen. Und spätestens hier wird klar: Corporate Giving ist nicht die Sache „eines Unternehmens“, sondern hier ist jeder Einzelne gefragt. Das sollte in entsprechenden CSR-Strategien mitgedacht werden.

Beim praktischen Corporate Giving geht es also vor allem immer um einzelne, individuelle Projekte. Du selbst hast vor kurzem dein Vortragshonorar, das du für dein Engagement als Dozent an der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft bekommen hast, an die Arche in Frankfurt gespendet. Warum dieser Weg und warum die Arche? 

Wie gesagt, bin ich davon überzeugt, dass nicht nur Unternehmen, sondern auch jeder Einzelne von uns eine gewisse Verantwortung für Gesellschaft und Bedürftige trägt. Klar, man kann sich nicht über Gebühr sozial engagieren, dafür fehlt meist die Zeit. Oft reicht aber auch schon der Blick in die eigene Stadt, wo in manchen Teilen Verhältnisse vorherrschen, in denen Kinder noch nicht einmal regelmäßig ein warmes Mittagessen bekommen. Hier, sozusagen um die Büroecke, ist man genau richtig, wenn man direkt und ohne Umwege helfen möchte. Mit der großen Hilfe von Sabrina Matthaei aus unserem JLL Charity Committee habe ich mich dann für die Frankfurter Arche entschieden. Weil ich weiß, dass es dort in die richtigen Hände, oder besser gesagt: Münder, gelangt. Und weil die Arche nicht nur für Mittagessen sorgt, sondern sich mit Herz um die Kinder kümmert.

Was beeindruckt Dich an dem Projekt am meisten und was wird Deiner Meinung nach am dringlichsten benötigt?

Bei der Übergabe des Betrages habe ich für 2 Stunden die Arche in Frankfurt besuchen und miterleben können. Was die Pädagogen dort vor Ort leisten, ist phänomenal. Ich ziehe meinen Hut wie die Mitarbeiter alles meistern und geduldig und herzlich mit den Kindern, die in der Mehrheit aus sehr schwierigen Verhältnissen stammen und oft nicht einfach zu betreuen sind, umgehen.

Man denkt es in einer Stadt wie Frankfurt nicht – aber an manchen Tagen kann die Arche den großen Ansturm an Kindern, die ohne Voranmeldung jederzeit kommen können, nicht meistern. Es hat mich ziemlich berührt und bestürzt, dass an solchen Tagen das warme Mittagessen nicht üppig genug ausfällt. Hier durch kleinere Spenden den Tisch voll zu machen, wäre ein guter erster Ansatzpunkt für das eigene Engagement.