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Wohnimmobilienmarkt in der Preisspirale

09. Januar 2023

Steigende Bau- und Finanzierungskosten führen zu Zurückhaltung bei den Projektentwicklern – und zu Stillstand beim Neubauvolumen

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Der Markt für Wohnimmobilien hat sich innerhalb weniger Jahren enorm gewandelt: Geprägt wird er mittlerweile von steigenden Zinsen und Baukosten, von eklatantem Wohnraummangel und verschwindend geringen Leerstandsquoten. Zugleich fällt es vielen Menschen aufgrund der hohen Energiekosten und allgemeinen Preissteigerungen zunehmend schwer, die Miet- und Nebenkosten aufzubringen. Von der Vorstellung, Eigentum zu erwerben, mussten sich selbst zahlreiche Gutverdiener verabschieden.

Lösungen für den Mangel und die hohen Preise könnten vermehrte Bestandssanierungen, serielles Bauen oder die Verkleinerung der einzelnen Parteienflächen in Projektentwicklungen sein. Viele Unternehmen aus der Branche nehmen den Gesetzgeber in die Pflicht: Es müssten weitere politische Instrumente eingesetzt werden, die das Neubauvolumen fördern und nicht gegenteilige Effekte auslösen, wie es ihnen zufolge beispielsweise beim Mietendeckel der Fall sei.

Gleichzeitig kritisieren die Immobilienunternehmen aber auch, dass Förderprogramme in der Regel keine Notwendigkeit sein dürften – in der aktuellen Phase wären sie aber entscheidend. Angesichts hoher Finanzierungs- und Baukosten könnte ohne Förderung kein bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Entwicklern und Investoren geht aufgrund der unsicheren Phase ihre Grundlage verloren; kontinuierliche Preisanpassungen bei Grundstückspreisen begünstigten letztendlich auch weiterhin zögerliches Agieren, so die Unternehmen.

Eine tragende Rolle wird auch weiterhin das Thema „Manage to ESG“ sein. Sowohl Neubauten als auch Revitalisierungen kommen mittlerweile nicht mehr ohne die Berücksichtigung der drei Faktoren aus. Entscheidend ist das Thema im Wohnsektor: Endkunden sind in Zeiten von Inflation und Energiekrise diejenigen, die besonders durch ausbleibende energetische Sanierungen getroffen werden.

Unter den aktuellen Umständen herrscht aber in der Immobilienbranche wie auch in der Politik die einheitliche Meinung, dass auch in diesem Jahr nicht die Zielmarke von 400.000 Neubauwohnungen erreicht werden kann. Einige Unternehmen wollen deshalb auf langfristige Weiter- und Umnutzung von Immobilien setzen.