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Drei Themen aus Davos

Das erste positive Thema in Davos ist zweifellos die gute Stimmung der Teilnehmer — die beste seit 2006.

28. Januar 2014

Zum Ende meines diesjährigen Davos-Besuchs habe ich drei Konferenzthemen ausgesucht: zwei positive und ein weniger positives.

Das erste positive Thema ist zweifellos die gute Stimmung der Teilnehmer — die beste seit 2006. Das ist allen Beiträgen zu entnehmen, die die Mitgliedern unseres JLL-Teams in dieser Woche gepostet haben. Die Stimmung auf der Tagung wurde nicht durch ein größeres Finanz- oder Sicherheitsproblem getrübt.

Das Wachstum ist überall zurückgekehrt, und die Kombination all dessen ruft ein Gefühl ruhigen Vertrauens hervor und deutet auf ein gutes Jahr hin, um wieder wachsende Geschäfte zu erzielen. Man konnte im Vorbeigehen genügend Gespräche auffangen, um zu erfahren, dass die Leute zur Sache kommen, Geschäfte anbahnen und besprechen. All dies bestätigt unsere Vermutung, dass 2014 ein gutes Geschäftsjahr werden wird und spricht für unsere Pläne, in das künftige Wachstum von JLL zu investieren.

Das zweite Positivum ist die allgemeine Einigkeit darüber, dass die Welle der Regulierung des weltweiten Finanzsystems sich dem Ende zuneigt. Das Gerüst steht und es wird gerade mit Details gefüllt. Positiv daran ist, dass die Banken beginnen können, sich ganz auf ihre Aufgaben der Finanzierung des Neugeschäfts und der Unterstützung des Wachstums zu konzentrieren. Und wir alle können uns sicherer fühlen, da wir wissen, dass die Vorschriften uns besser, wenn auch nicht vollständig, vor einem weiteren Zusammenbruch schützen werden.

Das weniger positive Thema ist der Bedarf an Strukturreformen in zahlreichen Volkswirtschaften. Ich nenne es ein Thema, weil es wiederholt in Diskussionen und Präsentationen zu vielen Ländern aufkam: in Bezug auf Japan (Premierminister Abes dritter „Pfeil“, den er in seiner Rede abschoss), viele Länder der Eurozone, Indien, Brasilien, Argentinien, die Prozesse in der US-amerikanischen Steuer- und Ausgabenpolitik oder die Koordinierung des Währungs- und Bankensystems in der Europäischen Union.

Die Reformen fallen in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich aus, alle erfordern sie jedoch harte Arbeit bei der Wegnahme oder Anpassung von Partikularinteressen, erworbenen Rechten und etablierten Vorgehensweisen. Diese Veränderungen stoßen sehr schnell auf Widerstand und sind in der Regel unpopulär. Politiker nehmen sie daher nur zögerlich an, weshalb sie nur langsam oder in zu vielen Fällen gar nicht erfolgen.

JLL profitierte von der diesjährigen positiven Grundstimmung in Davos. Es war leicht, Termine zu vereinbaren: Ich besitze 55 neue Visitenkarten und habe mich mit Dutzenden von Kunden getroffen, ich leitete eine Diskussionsrunde zu Städten und ein Forum zu Immobilienblasen. Und ich genoss das bunte Team, das wir bildeten.

Trotzdem bin ich froh, dass es vorbei ist und dass unsere Nachbereitung schon begonnen hat.

Noch ein paar Abschiedszitate:

„Unsere Herausforderung besteht darin, dass westliche Volkswirtschaften zu wenig für Arbeit und zu viel für das Nichtarbeiten bezahlen.“ – Larry Summers, Ökonom und ehemaliger US-Finanzminister

„Vertrauen wächst so schnell wie eine Kokospalme – und geht so schnell verloren, wie eine Kokosnuss vom Baum fällt.“ – Montek Singh Ahluwalia, indischer Planungsminister, in einem Zitat, das er auch vor vier Jahren verwendete.

Das Gleiche gilt in unserer Welt auch für den guten Ruf und das Markenimage.