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Expansion in Afrika und Vermeidung von Immobilienblasen

Unsere Firmenkunden, die heute 50 % unseres Umsatzes ausmachen, bitten uns seit einiger Zeit, unser Geschäft in Afrika auszubauen.

28. Januar 2014

Die Bank of Montreal (BoM) leitet ein Konsortium aus 19 Großbanken, die uns Kredite von bis zu 1,2 Mrd. US-Dollar zugesichert haben. Sie alle tun dies mit großem Vertrauen und rückversichert durch unsere erstklassige Bilanzstruktur. Die BoM ist daher ein wichtiger Partner für unser Unternehmen.

Auch wenn sie nichts damit zu tun haben, möchte ich in diesem Eintrag zwei Themen ansprechen: Afrika und Immobilienblasen.

Zunächst zu Afrika.

Unsere Firmenkunden, die heute 50 % unseres Umsatzes ausmachen, bitten uns seit einiger Zeit, unser Geschäft in Afrika auszubauen. Wir tun uns schwer damit und versuchen, sichere, ethische und profitable Wege zu finden, um die Entwicklung jenseits unserer Niederlassungen in Südafrika, Marokko, Kairo und im benachbarten Dubai voranzutreiben.

Eine meiner Zielsetzungen in Davos ist es daher zu verstehen, wie andere Unternehmen ihre Expansion in Afrika handhaben. Für viele Unternehmen ist Afika nicht nur ein neuer Markt, sondern auch ein neuer Kontinent. Im Gespräch mit Buchhaltern, Anwälten und Beratern habe ich hier mehrere Herangehensweisen kennengelernt. Dazu zählt die Praxis des „Fly-in-fly-out“, bei der keine ständige Präsenz in Afrika aufgebaut wird, sondern Mitarbeiter aus Europa, Asien oder dem Nahen Osten eingeflogen werden, um für bestimmte Kunden bestimmte Aufgaben zu erledigen.

Ein zweiter, beratungsbasierter Ansatz besteht in der Beratung bestimmter Kunden zu Entwicklungsprojekten, zur Standortgründung oder zum Auffinden geeigneter Flächen.

Ein dritter Ansatz, den KPMG „Cluster“ nennt, besteht darin, Länder mit ihren ehemaligen imperialen Besatzern in Europa zu verknüpfen, also zum Beispiel Angola mit Portugal, Algerien mit Frankreich usw.

Wir sind noch zu keinem Schluss gekommen, haben aber jetzt nützlichen Input, den wir in die Diskussion mit Christian Ulbrich, Vincent Lottefier und Mark Bradford einbringen können, die unser Wachstum in diesen Ländern vorantreiben. Interessanterweise gibt es in Davos deutlich mehr Delegierte aus Afrika als in den Vorjahren.

Nun zum zweiten Punkt, den Immobilienblasen.

Wir von JLL haben um eine Debatte hierzu gebeten, und heute leitete ich ein Diskussionsforum zu diesem Thema.

Warum? Weil Immobilien die weltweit größte Anlagekategorie sind und den größten Anteil an den weltweiten Bankverbindlichkeiten ausmachen. Wenn hier also etwas schiefläuft, wird es zu einem Problem für das gesamte Finanzsystem.

Die Podiumsgäste waren Bob Shiller, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, der den letzten Immobiliencrash vorhersagte, Jaime Carauna, Vorsitzender der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und ehemaliger Präsident der Bank von Spanien, sowie Klaas Knot, Leiter der niederländischen Zentralbank. Eine interessante Gruppe!

Es war ein tolles Gespräch und wir werden den Inhalt in der Arbeit mit unseren Kunden aufgreifen und weiterentwickeln.

Hier ein paar Schlagworte:

  • Einfach ausgedrückt: Blasen sind leicht zu erkennen, aber nur schwer zuzugeben.
  • Die von den Zentralbanken eingesetzten Tests und Aufspürmechanismen zeigten klar und deutlich, dass wir es 2004 bis 2006 sowohl bei den Gewerbe- als auch bei den Wohnimmobilien mit einer globalen Immobilienblase zu tun hatten. Die Banken warnten davor, verloren jedoch an Glaubwürdigkeit, als mehrere Jahre lang nichts passierte. Viele bezichtigten sie, zu oft blinden Alarm geschlagen zu haben.
  • Dieselben Banken verfügen jetzt über die Mittel, Vermögensblasen aufzuspüren und darüber hinaus abzuschwächen. Es bleibt zu hoffen, dass sie genau das auch tun werden, bevor in Zukunft Spannungszustände erneut zu stark anwachsen.
  • Wir stehen heute keiner globalen Immobilienblase gegenüber. DOCH der aktuelle Zyklus läuft noch einige Jahre. Es bleibt also noch genügend Zeit für eine Blasenbildung – besonders, wenn Kredite weiterhin leicht verfügbar sind und die Kreditvergabestandards weiter gelockert werden – und für einen Kaufrausch unter den Käufern von Gewerbe- und Wohnimmobilien.

Es gab noch viel mehr Themen, aber diese Schlagzeilen werden sich als nützlich erweisen, wenn mich das chinesische Fernsehen das nächste Mal fragt, ob es in Shanghai eine Blase bei Wohnimmobilien gibt.