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Kölner Büromarkt leergefegt

Wieder erfährt Köln eine weitere Senkung der Büroflächenleerstände. Schön für den Markt und die Statistiken. Aber was ist die Kehrseite der Medaille?

06. Februar 2015

Wieder erfährt Köln eine weitere Senkung der Büroflächenleerstände. Schön für den Markt und die Statistiken. Aber was ist die Kehrseite der Medaille? Was passiert mit den Büronutzern, die zum einen immer weniger attraktive Flächen finden und zum anderen nicht bereit sind, für attraktive Flächen auch marktgerechte Mieten zu zahlen?

Wieder hat der Teilmarkt City, den meisten Vermietungen sei Dank, Flächen absorbiert. Neue Projektentwicklungen sind jedoch rar, sodass viele Entscheidungen für einen geplanten Umzug verschoben werden – oft sogar für mehrere Jahre. Eine kleine Lösung der prekären Lage generieren bis zu einem gewissen Grad Fachplaner (Project & Development Services) durch Einsparungen in der Fläche, zum Teil durch vermehrte Gruppenraumlösungen oder durch intelligente Mehrfachbelegung einzelner Schreibtische.

Die Aussichten für die kommenden Jahre werden auf jeden Fall nicht besser für Büromieter. Sie werden kaum attraktive Neubauten mieten können, denn es gibt fast keine. Der Markt ist leergefegt. Und eine Projektentwicklungsschwemme wird durch zu erfüllende Vermietungsquoten teilweise bis zu 5 Jahre obsolet. Dies bedeutet wiederum für sehr viele Mieter, dass sie sich sehr früh, vor dem Auslaufen des eigenen Mietvertrags, um geeignete Flächen für ihr Unternehmen kümmern müssen.

Auch in 2015 werden aber wieder rund 280.000 m² Büroflächen belegt und Mieter zum Umzug bewegt. Vielleicht auch in revitalisierten Bestandsimmobilien, die nicht der Wohnungswirtschaft zum Opfer gefallen sind. Denn in der Dommetropole am Rhein haben Investoren und Entwickler in der jüngeren Vergangenheit entdeckt, dass sich mit dem Investmentprodukt „Wohnung“ wieder Gewinne generieren lassen und sich deswegen viele Neubauprojekte oder Umwidmungen rechnen. Nachfrage steigert den Preis – und der Büronutzer hat das Nachsehen.