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3 Fragen an: Thomas Geisel – Verschnaufpause? Nicht beim Großstadtwandel

Wenn in Städten ständig der Presslufthammer rattert, stellt sich oft die Frage: Muss das sein? JLL fragt Düsseldorfs OB Thomas Geisel zum Thema Städtewandel

06. April 2017

Wenn in Städten ständig der Presslufthammer rattert, stellt sich oft die Frage: Muss das sein? Und wie lange noch? Düsseldorf wandelt sein Stadtbild wie keine andere Stadt in Deutschland. Medienhafen, Kö-Bogen und das Areal um den Hauptbahnhof – ein Großprojekt folgt dem nächsten. Wie eine Stadt das im Einklang aller stemmen kann, verrät Düsseldorfs OB Thomas Geisel im Gespräch mit JLL. 3 Fragen – 3 Antworten:

Düsseldorf positioniert sich als Hauptstadt der Transformation. Wie lässt sich das vermarkten?

Man muss sich an seinen Taten messen lassen. Wir bauen die City um, aber wir sind in allen Stadtteilen aktiv, um zu verhindern, dass einzelne Quartiere abgehängt werden. Das wird wahrgenommen. Auf der Expo Real wurde uns immer wieder bestätigt: Es gibt wenige Städte, wo sich so viel tut wie in Düsseldorf. Und dazu relativ viel in relativ kurzer Zeit. Das zeichnet uns aus.

Radikaler Umbau der Infrastruktur, des Erscheinungsbildes, des Handels – wie kann eine Stadt das kompakt meistern?

Dann, wenn die Bürger das Vertrauen haben, dass die Projekte so effizient wie möglich geplant und umgesetzt werden. Also dann, wenn Zeitplan und Kosten eingehalten werden. Wir haben bewiesen, dass wir Überschreitungen, wenn sie nötig sind, auf ein Mindestmaß reduzieren. Daher sind die Menschen auch bereit, die Unannehmlichkeiten zu akzeptieren. Wenn dieser Konsens herrscht, sind tiefgreifende Veränderungen möglich.

Vor Ihrer Wahl 2015 hatten Sie der Innenstadt eine Verschnaufpause gewünscht. Ist die Grenze der Erträglichkeit erreicht?

Die Arbeiten an Kö-Bogen, Schadowstraße und Wehrhahnlinie haben natürlich sehr lange gedauert und zu Beeinträchtigungen geführt. Dort wird 2019 Ruhe eintreten und die Menschen können das Erreichte genießen. Eine vollständige Verschnaufpause wird es in einer dynamischen Stadt wie Düsseldorf aber nie geben. Das nächste Großprojekt, die Gestaltung des Areals um den Hauptbahnhof, steht schon an. Bei allen Beeinträchtigungen: Ich lebe lieber in einer Stadt, die sich entwickelt, als in einer, die stillsteht.