Meinungen

Warum Düsseldorf genau auf die richtige Strategie für seinen Einzelhandel setzt

06. July 2017

Die Einkaufsstadt Düsseldorf verändert seit mehreren Jahren radikal ihr Gesicht. Neben Prestigeobjekten wie dem Kö-Bogen richtet sich das Zentrum generell auf das moderne Kaufverhalten und die Parallelität von stationärem und Online-Handel aus. Marcel Abel, Geschäftsführer und Niederlassungsleiter JLL Düsseldorf, ist nicht nur zum Arbeiten und Einkaufen dort, sondern auch gebürtiger und bekennender Düsseldorfer. 3 Fragen – 3 Antworten:

     

     

1. Was macht Einkaufen in Düsseldorf aus?

Das große Angebot, die Vielfalt und die Mischung aus deutschen und internationalen Marken aller Preisklassen locken jedes Jahr Millionen Konsumenten in die Düsseldorfer Läden. Hinzu kommt die besondere Atmosphäre an der weltweit bekannten Kö. Düsseldorf ruht sich aber nicht auf diesen Lorbeeren aus, sondern ist seit Jahren in einem fortwährenden Erneuerungsprozess. Das bedeutet nicht nur neue und andere Marken und Geschäfte, sondern auch ein Angebot, dass sich an Unterhaltung und Genuss orientiert.

2. Welche Rolle spielen Großprojekte wie der Kö-Bogen und die Erneuerung der Schadowstraße?

Sie sind ein ganz wichtiger Impulsgeber für die Gesamtentwicklung der Stadt und ihr internationales Renommee. Nicht nur architektonisch, sondern auch städteplanerisch werden hier ganz neue Maßstäbe gesetzt, die nicht mehr das Auto, sondern den Fußgänger im Mittelpunkt sehen. Wenn der stationäre Handel gegen den E-Commerce bestehen will, muss er etwas anbieten, was die Kunden weiterhin in die Innenstädte lockt. Deshalb spielt die Gastronomie mit ausgefallenen und trendorientierten Konzepten eine wichtige Rolle. Ebenso fördern Pop-up-Stores die Frequenz, indem sie für eine kurze Zeit Neuheiten bieten und dann wieder ersetzt werden.

3. Manche klagen aber auch über die vielen Baustellen. Wie viel Veränderung vertragen Stadt und Bürger?

Natürlich hat Veränderung ihren Preis und Baustellen sind für Händler wie Kunden nicht schön. Aber sie sind notwendig. Eine Stadt wie Düsseldorf wird sich permanent verändern müssen und sie wird sich permanent verändern, um ihren Spitzenplatz zu behaupten. Ein gutes Beispiel ist die Flinger Straße – eine Haupteinkaufsstraße, die bislang auf Young Fashion spezialisiert ist. Diese Branche gerät langsam in die Krise. Doch die Flinger Straße wird weiter attraktiv bleiben, wenn sie sich wandelt und in den kommenden Jahren in vielen Geschäften die Marken und Anbieter wechseln.