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Was ist ein Energieaudit? Einsparpotentiale auch in Immobilien identifizieren

Ab Dezember 2015 müssen alle Unternehmen, die die Schwellenwerte für kleine und mittelständische Unternehmen überschreiten, alle 4 Jahre ein Energieaudit durchführen.

02. November 2015

Mit der Energieeffizienzrichtlinie hat sich die EU zum Ziel gesetzt, die Energieeffizienz bis zum Jahr 2020 um 20 % zu steigern. Mit Reformierung des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) setzt die Bundesrepublik Deutschland die europäische Energieeffizienzrichtlinie in nationales Recht um. Den vorgesehenen Anforderungen zufolge müssen ab Dezember 2015 alle Unternehmen, die die Schwellenwerte für kleine und mittelständische Unternehmen überschreiten (sog. Nicht-KMU), alle vier Jahre ein Energieaudit gemäß DIN EN 16247-1 durchführen.

Erstmalig muss das Audit bis 05. Dezember 2015 durchgeführt werden. Die Pflicht zur Durchführung eines Energieaudits besteht für

  • alle Nicht-Klein- & Mittelständischen Unternehmen (Nicht-KMU),
  • Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern
  • Unternehmen mit mehr als 50 Mio. Euro Umsatz oder mehr als 43 Mio. Euro Bilanzsumme
  • einen Zusammenschluss kleinerer Unternehmen im Konzern
  • Unternehmen mit öffentlicher Kontrolle (mind. 25%)

Ein Energieaudit bezeichnet eine systematische Inspektion und Analyse des Energieeinsatzes und des Energieverbrauchs einer Anlage, eines Gebäudes, eines Systems oder einer Organisation mit dem Ziel, Energieflüsse und das Potenzial für Verbesserungen zu identifizieren und über diese zu berichten. Die Kontrolle erfolgt durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Form von Stichproben.

Die Verpflichtung zur Durchführung eines Audits in Immobilien obliegt grundsätzlich den jeweiligen Mietern, die die Vorgaben eines Nicht-KMU erfüllen. Hierzu sind die Energieverbräuche in der Mietfläche, die Verbräuche der Firmen-Kfz und anteilig die Allgemeinverbräuche zu erfassen und von einem zertifizierten Energieauditor zu bewerten.

Ein Audit umfasst eine Vorbesprechung, die Erfassung der relevanten Daten und deren Auswertung, gepaart mit einer Begehung und einer anschließenden Analyse. Ein Bericht komplettiert die Auditierung.

Aus dieser Bewertung können die Mieter auf Einsparpotentiale für die Mietfläche, aber auch für die Allgemeinbereiche aufmerksam gemacht werden. Immobilien und deren Nutzer gehören schließlich zu den größten Energieverbrauchern überhaupt.

Die Leistungen werden durch JLL oder durch einen externen Rahmenvertragspartner angeboten.