Artikel

Das Leben ist kein Ponyhof: aber in den Köpfen herrscht ein Streichelzoo

Was denkt die Welt über Generation Y? Mit der Leistungsbereitschaft, dem Wunsch nach Verantwortung, Trophy Deals und Selbstverwirklichung sei es bei der Generation Y nicht weit her, heißt es.

04. März 2015

Was denkt Generation Y über sich selbst?

Jahrelanges Büffeln an der Uni, entsprechend gute Bildung, Auslandserfahrung, mindestens 3 Fremdsprachen, unzählige Praktika und ein tadelloser Lebenslauf – wir sind die Überflieger unter den Berufseinsteigern und durch unsere überdurchschnittliche Qualifizierung für Führungspositionen prädestiniert. Unsere Erwartung im Gegenzug: ein Jahreseinstiegsgehalt von € 100.000 plus, natürlich exklusive Boni! Luxus am Arbeitsplatz, bezahlte Dienstreisen und fette Partys selbstverständlich! Unangemessen? Wohl kaum. Wir haben es uns verdient!“

Was denkt die Welt über Generation Y? Mit der Leistungsbereitschaft, dem Wunsch nach Verantwortung, Trophy Deals und Selbstverwirklichung sei es bei der Generation Y nicht weit her, heißt es.

Halt! Kaum eine andere Generation vor uns beantwortete die Frage nach den beruflichen Zielen so bestimmt wie wir, die Generation Y. Wir wollen nicht nur nach den Sternen greifen – wir fühlen uns sogar dazu verpflichtet, die Sterne vom Himmel zu holen. Diese Zielstrebigkeit rührt aus dem Bewusstsein, dass Leistung erbracht werden muss, um etwas zu erreichen.

Ja, wir streben nach Verantwortung und Karriere. Aber wir wollen mehr als nur funktionieren. Die Arbeit und das Gehalt sind uns wichtig. Gewiss. Aber anders als viele Jahrgänge vor uns ticken wir nach dem Motto: Work-Life-Balance, statt dicker Prämien und Boni. Wir möchten einen guten Job machen. Und wir bleiben abends auch mal lang – aber Zeitsouveränität hat Priorität. Harte Anreize treiben uns weniger an als die Aussicht auf eine Arbeit, die Freude macht. Arbeitsatmosphäre, nette Kollegen und erfüllende Aufgaben sind die entscheidenden Parameter, die den Beruf zum Traumjob machen.

Für uns zählt vor allem ein harmonisches Zusammenspiel der genannten Faktoren. Wir suchen Sinn, Selbstverwirklichung, innere Zufriedenheit und fordern Zeit für Familie und Freunde. Zur inneren Zufriedenheit gehört auch, dass wir die Welt sehen und erkunden möchten. Es muss kein Luxusurlaub auf den Malediven sein, eine Backpacker Tour durch Südostasien würde uns reichen. Aber wir müssen das Gefühl haben, dass sich unser Leben immer noch hauptsächlich um uns dreht.

Elternzeit, Sabbaticals, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice: Natürlich sind wir fordernd und anspruchsvoll. Wir möchten am liebsten alles und alles auf einmal. Uns reicht es nicht mehr aus, lediglich einen sicheren Job mit einem geregelten Einkommen zu haben. Wir wollen gefordert werden und uns persönlich weiterentwickeln. Der Beruf muss uns Spaß machen und uns Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Wir sind davon überzeugt, dass es einen Weg gibt, Arbeit und Privatleben zu verbinden. Wenn uns der Job richtig erfüllt und wir uns morgens darauf freuen, zur Arbeit zu gehen, sind wir auch bereit, auf den einen oder anderen freien Tag oder den einen oder anderen Euro zu verzichten.

Kurz gesagt: Unsere Generation ist gar nicht so schwer zu handhaben. Wir haben zwar wirklich hohe Ansprüche – in erster Linie aber an uns selbst. Speziell durch unsere hochgesteckten Ziele bzw. die Tatsache, dass wir gerne mal Etabliertes in Frage stellen, bringen wir neuen Schwung in die Arbeitswelt! Ihr müsst uns nur machen lassen!