Artikel

Flexible Office Space bevölkert unsere Big 7 mehr und mehr – ein Coworking-Vergleich

Und das tun sie vor allem in den innerstädtischen Toplagen unserer Big 7.

26. Juni 2018

Flexible Office Space – oder wie hierzulande häufig gesagt wird: Coworking – schießt derweil geradezu aus dem Boden. „Allein im Jahr 2017 eröffneten deutschlandweit 62 neue Standorte“, sagt Helge Zahrnt, JLL-Researcher, Coworking-Experte und Co-Autor der neu erschienenen Marktstudie zum Thema, „und das wird 2018 noch deutlich übertroffen werden. Gut 60 neue Standorte sind derzeit in den Big 7 geplant – oder stehen bereits in den Startlöchern. Und das ist noch lange nicht das Ende der diesjährigen Fahnenstange. Gerade die großen internationalen Betreiber wachsen mit hoher Geschwindigkeit.“

Über die Hälfte aller Coworking-Arbeitsplätze sind hier zu finden und entsprechende Flächen machen mittlerweile 15 Prozent des gesamten CBD-Flächenumsatzes aus – in manchen Städten sogar bis zu einem Viertel. „In diesen Lagen spielen Betreiber wie entsprechende Eigentümer längst keine Nebenrolle mehr“, so Matthias Barthauer, JLL-Researcher und ebenfalls Co-Autor der Studie.

Vor allem Berlin ist der Top-Coworking-Standort. Helge Zahrnt: „Gerade internationale Betreiber kommen wegen der hohen Wachstumsaussichten. Die Hauptstadt ist mit Blick auf die Coworking-Standorte und -Arbeitsplätze rein zahlenmäßig so deutlich überlegen, dass ein Aufholen einer anderen Big-7 -Stadt in der nächsten Zeit so gut wie unwahrscheinlich ist.“ Überrascht hat München. „Hier ist erst in diesem Jahr ein deutlicher Entwicklungsschub spürbar. In anderen Märkten kam der schon 2017. Grund ist das in München extrem knappe Flächenangebot.“ Und die kleineren Big-7-Märkte? „Köln und Stuttgart sind zahlenmäßig abgeschlagen – umso mehr ist hier aber zu erwarten, dass einige große Anbieter neue Standorte anmieten und eröffnen,“ so Matthias Barthauer.

Hier ist ein erster Kurzüberblick über die wichtigsten Marktfakten in den einzelnen Big 7:

Berlin – setzt vor allem auf reine Coworking-Büros. Mehr als 66 davon finden sich innerhalb der Stadtgrenzen. Wie stark diese Dominanz ist, zeigt der Vergleich: In Hamburg gibt es die zweitmeisten Anbieter reiner Coworking-Flächen – mit gerade einmal 22 Büros. Düsseldorf – hier konzentriert sich das Angebot an Flexible Office Space deutlich auf die zentralen Lagen in der Innenstadt. Im Büroteilmarkt City befinden sich 21 Standorte. Das macht zusammen mit den 11 Adressen im CBD mehr als die Hälfte aller Düsseldorfer Büros aus. Starke Konkurrenz herrscht rund um die Kö. Frankfurt – wer hätte das gedacht: In der Frankfurter Bankenlage befinden sich mit Abstand die meisten angebotenen Arbeitsplätze in einem Flexible Office Space, verteilt auf insgesamt 22 verschiedene Adressen. Hamburg – Wachstum pur: 2017 war nicht nur bei den Eröffnungen von Flexible Office Space-Standorten sehr stark, sondern ebenfalls bei Neuanmietungen. Hinter Berlin hat Hamburg mit über 6 % den höchsten Anteil an Flexible Office Space am gesamten Büroflächenumsatz. Die Nachfrage bleibt weiterhin hoch. Meist erhalten bereits etablierte Anbieter den Zuschlag seitens der Vermieter.

  • Köln – der Regioheld: Hier ist die Flexible Office Space-Landschaft durch viele regionale Betreiber gekennzeichnet, die sich bereits vor dem großen Hype etabliert haben. Hierzu zählen viele Initiativen, die aus der IT-Branche oder durch Unternehmen aus dem Bereich Neue Medien entstanden sind.
  • München– der Preischamp: Ganz dem allgemeinen Büromarkt entsprechend gehören auch die Preise, die Nutzer für Arbeitsplätze im Flexible Office Space bezahlen, zu den teuersten. Im Mittel müssen für einen Hot desk 300 Euro pro Monat gezahlt werden – das liegt 50 % über dem Wert der Big 7.
  • Stuttgart – der momentane Nachzügler: Mit 25 Standorten gibt’s in der baden-württembergischen Landeshauptstadt die mit Abstand wenigsten Flexible Office Space-Standorte. Das liegt u.a. auch an der großen Flächenknappheit insgesamt – gerade in der Innenstadt haben Anbieter erhebliche Schwierigkeiten, geeignete Flächen zu finden.